Informationen zum Thema Verhütung

Zu Liebe und Sexualität gehört das Thema Verhütung ganz selbstverständlich dazu – von Anfang an. Die Wahl des geeigneten Verhütungsmittels ist abhängig von der jeweils aktuellen Lebenssituation, Ihren persönlichen Vorstellungen und der Frage der Verträglichkeit.

Welche Verhütungsmethode passt?

Für Mädchen und junge Frauen sind allgemeine Fragen zum Thema Verhütung und zu den einzelnen Verhütungsmethoden ganz natürlich und normal. Für Frauen im späteren Leben können veränderte Lebensumstände eine Umstellung ihrer Verhütungsmethode zur Folge haben.

Wir leisten:

  • Beratung zur Sicherheit und Verträglichkeit von Verhütungsmethoden
  • Verhütung für den „Notfall“ (z.B. „Pille danach“)
  • Einlage und Entfernung von Spiralen
  • Kontrolluntersuchungen entsprechend der gewählten Verhütungsmethode

Das in Deutschland häufigste Verhütungsmittel ist die Antibabypille. Man unterscheidet verschiedene Hormonstärken und verschiedene Hormonzusammensetzungen. Für junge Mädchen werden niedrig dosierte Pillen bevorzugt.

Mikropillen bestehen aus den Hormonen Östrogen und Gestagen und  unterdrücken die Reifung der Eizellen. Zudem verändern Mikropillen die Zusammensetzung der Gebärmutterschleimhaut so, dass sich selbst befruchtete Eizellen nicht mehr einnisten können. Die Mikropille wird täglich, zu einer festgelegten Uhrzeit eingenommen. Im Normalfall werden Mikropillen 21 Tage lang genommen, um dann für 7 Tage zu pausieren. In dieser Zeit setzt die Regelblutung ein. Durch den so genannten Langzeitzyklus kann das Einsetzen der Regelblutung verzögert werden oder über eine längere Zeit vollständig unterbunden werden.

Minipillen bestehen lediglich aus Gestagen. Ein Eisprung wird damit nicht immer verhindert. Minipillen verändern demgegenüber die Gebärmutterschleimhaut, so dass Spermien nicht mehr in den Gebärmutterhals eindringen und befruchtete Eizellen sich nicht einnisten können. Ebenso wie Mikropillen müssen auch Minipillen täglich eingenommen werden, allerdings ohne Einnahmepause und zu einer immer gleichen Uhrzeit. Abweichungen in der Einnahmezeit reduzieren die verhütende Wirkung der Minipille wesentlich.

Neben der Antibabypille ist das Kondom die geläufigste Verhütungsmethode. Vor dem Geschlechtsverkehr wird das Kondom über den erigierten Penis gestülpt und abgerollt. Die Samenflüssigkeit wird durch das Reservoir am Ende des Kondoms aufgefangen. Um eine Schwangerschaft zu verhindern, sollte das Kondom beim Herausziehen des noch erigierten Penis’ aus der Scheide festgehalten werden, damit keine Samenflüssigkeit in die Scheide gelangen kann. 
Das Kondom schützt sehr wirksam vor sexuell übertragenen Krankheiten. 

Die Hormonspirale ist ein kleiner Kunststoffkörper, der mit einem Hormon beladen ist und während der Menstruation in die Gebärmutter eingebracht wird. Diese Spirale gibt dann das Hormon in sehr niedriger Dosierung an die Gebärmutterschleimhaut ab. Meist wird die Periodenblutung sehr gering oder hört ganz auf. Die Hormonspirale kann 5 Jahre belassen werden. 

Die so genannte Kupferspirale ist ein kleiner, weicher Kunststoffkörper, der von einem dünnen Kupferdraht umwickelt ist, und in die Gebärmutter eingesetzt wird. Der Kupferdraht gibt Kupferionen ab, wodurch die Spermien inaktiv werden und keine Eizelle mehr befruchten können. Eine Spirale wird während der Periode in die Gebärmutter eingesetzt und kann für rund 3-5 Jahre dort verweilen. Die korrekte Lage der Spirale wird jährlich durch eine Ultraschalluntersuchung kontrolliert.
 

Bei der Tubenligatur (Sterilisation) der Frau werden die Eileiter durchtrennt, so dass Eizellen und Spermien nicht mehr zusammentreffen können. Der Eingriff erfolgt ambulant und unter Vollnarkose.

Beim Mann erfolgt der Eingriff unter örtlicher Betäubung, es werden die Samenleiter durchtrennt. Da eine Sterilisation beim Mann wie bei der Frau zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit führt, setzt sie eine definitiv abgeschlossene Familienplanung voraus.

Die Temperaturmethode setzt auf die genaue und intensive Beobachtung des weiblichen Zyklus’. Grundlage dieser Verhütungsmethode ist der Anstieg der Körpertemperatur nach dem Eisprung. Jeden Morgen wird dazu nach mindestens 6-stündigem Schlaf und noch vor dem Aufstehen die Temperatur gemessen. Bis zum Eisprung liegt diese im Normalfall zwischen 36,5 und 37 Grad Celsius, nach dem Eisprung steigt sie um etwa 0,5 Grad Celsius. Nach dem Eisprung setzt die unfruchtbare Zeit ein, allerdings können verschiedene Lebensumstände diese Phase der Unfruchtbarkeit negativ beeinflussen, so dass eine Schwangerschaft möglich werden kann.

Die „Pille danach“ ist keine reguläre Methode der Empfängnisverhütung. Nur im „Notfall“ kann diese Methode angewandt werden: Ist es zum Zeitpunkt des Eisprungs zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr gekommen, so kann innerhalb von 24 bis maximal 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr die „Pille danach“ eingenommen werden, um eine Schwangerschaft zu unterbinden. Ähnlich wie reguläre Antibabypillen verändert auch die „Pille danach“ die Gebärmutterschleimhaut und verhindert die Einnistung einer befruchteten Eizelle.

Es gibt noch zahlreiche andere Verhütungsmethoden. Die oben genannten sind sie häufigsten. Gerne besprechen wir auch andere. Jede Patientin soll die Verhütungsmethode erhalten, die zu ihren Lebensumständen passt und mit der sie am besten zurecht kommt. Dies gilt insbesondere für Mädchen und junge Frauen, die sich zum ersten Mal mit Verhütung befassen.

Beispiele

  • Vaginalring
  • 3-Monatsspritze
  • Hormonstäbchen
  • Hormonpflaster


Wir beraten gerne zu allen verfügbaren Methoden und beantworten Ihre Fragen!